Imposter-Gefühle und Familienbonus: Warum Unternehmerkinder an sich zweifeln
Du hast etwas erreicht, Verantwortung übernommen oder ein wichtiges Projekt erfolgreich abgeschlossen. Eigentlich könntest du stolz auf dich sein. Doch statt Freude macht sich ein Gedanke breit: „Hätte ich das ohne meine Familie überhaupt geschafft?“
Solche Selbstzweifel kennen viele Menschen. Besonders spannend wird das sogenannte Imposter-Phänomen aber im Zusammenhang mit Unternehmerkindern und der Unternehmensnachfolge. Denn wer in einer Unternehmerfamilie aufwächst, bringt häufig nicht nur besondere Erfahrungen und Möglichkeiten mit, sondern auch Erwartungen, Vergleiche und ein bestimmtes Verständnis von Erfolg.

Was bedeutet Imposter – und warum ist es kein Syndrom?
Der Begriff Imposter stammt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie Hochstapler. Menschen mit Imposter-Gefühlen haben häufig Schwierigkeiten, ihre eigenen Leistungen anzuerkennen. Obwohl sie erfolgreich sind, führen sie ihre Erfolge auf Glück, Zufall oder die Unterstützung anderer zurück.
Oft ist vom „Imposter-Syndrom“ die Rede. Tatsächlich handelt es sich jedoch nicht um eine eigenständige psychische Diagnose. Treffender ist deshalb die Bezeichnung Imposter-Phänomen oder Imposter-Selbstkonzept.
Denn dahinter stehen bestimmte Überzeugungen über die eigene Person. Und das ist eine gute Nachricht: Solche Denkmuster sind nicht unveränderlich. Wir können lernen, sie zu erkennen und zu hinterfragen.
Imposter bei Unternehmerkindern: Wenn der Familienbonus zum Zweifel wird
Unternehmerkinder wachsen häufig mit Möglichkeiten auf, die anderen Menschen nicht selbstverständlich zur Verfügung stehen. Sie erleben unternehmerisches Denken von klein auf, verfügen möglicherweise über wertvolle Kontakte oder können auf das Wissen und die Erfahrungen ihrer Eltern zurückgreifen.
Doch genau dieser Familienbonus kann dazu führen, dass eigene Erfolge relativiert werden: „Ich hatte es schließlich leichter als andere.“
Dabei schließen sich zwei Dinge nicht aus:
Du kannst deine privilegierten Startbedingungen anerkennen und gleichzeitig stolz auf deine eigene Leistung sein.
Denn Möglichkeiten zu haben bedeutet nicht automatisch, sie auch erfolgreich zu nutzen.
Imposter in der Unternehmensnachfolge: Bin ich wirklich gut genug?
Besonders deutlich können Imposter-Gefühle werden, wenn Unternehmerkinder in den Familienbetrieb einsteigen oder die Nachfolge antreten.
Plötzlich geht es darum, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen und möglicherweise Mitarbeitende zu führen, die einen schon seit der Kindheit kennen.
Hinzu kommt der Vergleich mit der vorherigen Generation. Wer in die Fußstapfen erfolgreicher Eltern oder Großeltern tritt, fragt sich vielleicht: „Sehen die anderen meine Kompetenz oder nur meinen Nachnamen?“
Solche Gedanken entstehen nicht immer ausschließlich im eigenen Kopf. Auch Erwartungen und Vorurteile aus dem Umfeld können dazu beitragen. Umso wichtiger ist es, den eigenen Weg zu finden, statt sich ausschließlich an den Leistungen der vorherigen Generation zu messen.

Fazit: Imposter-Gefühle müssen nicht das letzte Wort haben
Das Aufwachsen in einer Unternehmerfamilie kann viele Stärken mit sich bringen. Gleichzeitig können der Familienbonus, hohe Erwartungen und der Vergleich mit vorherigen Generationen Selbstzweifel begünstigen.
Entscheidend ist, die eigene Herkunft wertzuschätzen, ohne dabei die persönliche Leistung kleinzureden.
Denn nur weil dir manche Türen vielleicht leichter geöffnet wurden, bedeutet das nicht, dass du den Weg dahinter nicht selbst gegangen bist.
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In meiner Podcastfolge „Erfolg geerbt, Selbstzweifel inklusive? – Das Imposter-Phänomen bei Unternehmerkindern“ von Im Herzen Unternehmerkind spreche ich darüber, warum gerade Unternehmerkinder ihre Erfolge manchmal nur schwer anerkennen können und wie unsere familiäre Prägung unser Selbstbild beeinflusst.
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