Was macht Macht mit Dir? Macht und Führung in der Unternehmensnachfolge
Was löst das Wort Macht bei Dir aus? Denkst Du an Gestaltungskraft, Einfluss und Verantwortung – oder eher an Kontrolle, Dominanz und Manipulation? Gerade für Menschen, die in Unternehmerfamilien aufgewachsen sind, kann Macht ein sehr persönliches Thema sein.
Denn vielleicht hast Du schon früh erlebt, wie viel Einfluss Eltern im Unternehmen und manchmal auch innerhalb der Familie hatten. Spätestens wenn Du selbst in die Unternehmensnachfolge gehst, stellt sich deshalb eine wichtige Frage: Wie möchtest Du mit Macht umgehen, wenn Du selbst führst?

Warum Macht in der Unternehmensnachfolge so aufgeladen sein kann
Unsere Haltung zu Macht entsteht aus Erfahrungen. Vielleicht hast Du in Deiner Familie erlebt, dass Entscheidungen sehr klar getroffen wurden und Widerspruch wenig Raum hatte. Vielleicht hast Du aber auch später im Berufsleben erfahren, wie Vorgesetzte ihre Position genutzt haben, um Druck auszuüben, Menschen klein zu machen oder eigene Interessen durchzusetzen.
Aus solchen Erfahrungen kann ein verständlicher Wunsch entstehen: So möchte ich niemals führen. Gerade Nachfolger wollen vieles oft bewusster, moderner und auf Augenhöhe gestalten als die Generation vor ihnen.
Macht und Machtmissbrauch sind nicht dasselbe
Schwierig wird es, wenn aus dem Wunsch, Macht nicht zu missbrauchen, unbewusst die Angst entsteht, überhaupt Macht auszuüben.
Denn Führung ohne Einfluss funktioniert nicht. Wer Verantwortung übernimmt, muss Entscheidungen treffen, Orientierung geben und manchmal auch eine Richtung vorgeben, mit der nicht alle einverstanden sind. Ich mag deshalb den Gedanken:
Macht kommt von machen.
Nicht als sprachwissenschaftliche Definition, sondern als Bild. Macht kann auch bedeuten, etwas in Bewegung zu bringen, einen Rahmen zu schaffen und Verantwortung für die eigenen Entscheidungen zu übernehmen.
Führung braucht mehr als eine Position auf der Visitenkarte
Gerade in einem Familienunternehmen reicht es nicht, formal Geschäftsführer zu werden.
Die Familie kann Dir eine Position übertragen – die Akzeptanz als Führungskraft entsteht jedoch im Alltag. Durch Klarheit, Verlässlichkeit, Kompetenz, Interesse an den Menschen und die Bereitschaft, auch unangenehme Entscheidungen zu treffen.
Gleichzeitig braucht Führung Vertrauen: Du musst nicht jeden Ball selbst ins Tor werfen. Deine Aufgabe ist es auch, Orientierung zu geben und anderen zuzutrauen, Verantwortung zu übernehmen.

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Weitere InformationenDie vielleicht wichtigste Ermächtigung kommt von Dir selbst
Am Ende gibt es noch eine Ebene, die Dir niemand abnehmen kann: die innere Selbstermächtigung.
Dein Vater kann Dir das Unternehmen übergeben, Deine Mutter kann Dir Anteile übertragen und Deine Mitarbeitenden können Dir Vertrauen schenken.
Aber die Entscheidung, die eigene Führungsrolle wirklich einzunehmen, musst Du selbst treffen.
Nicht nur als Sohn oder Tochter, die übernimmt, sondern als eigenständige Persönlichkeit mit einer eigenen Vorstellung davon, wie Führung aussehen soll.
Fazit: Deine Macht darf Deine eigene Handschrift tragen
Die entscheidende Frage ist für mich deshalb nicht, ob Macht gut oder schlecht ist.
Sondern: Wie möchtest Du die Macht einsetzen, die mit Deiner Verantwortung verbunden ist? Du musst nicht führen wie Deine Eltern – und auch nicht aus Abgrenzung genau das Gegenteil tun.
Nachfolge wird dann zur eigenen Geschichte, wenn Du Dich fragst: Wie will eigentlich ich führen? Vielleicht beginnt genau dort gute Führung: mit der Entscheidung, Dich selbst dazu zu ermächtigen, die Person zu sein, die führt.
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