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Führen statt Folgen – Pia Berghaus über Nachfolge, Mut und Familie

Wie wird aus der Tochter eines Unternehmers eine Frau, die selbst führt? Und wie gelingt es, Verantwortung für ein Familienunternehmen zu übernehmen, ohne einfach nur die Fußstapfen der vorherigen Generation auszufüllen?

Darüber habe ich in meinem Podcast „Im Herzen Unternehmerkind“ mit Pia Berghaus gesprochen.

Pia ist Teil der vierten Generation des Familienunternehmens Möller Chemie aus Steinfurt im Münsterland und seit Anfang 2026 Mitglied der Geschäftsleitung. Seit 2016 arbeitet sie im Unternehmen und hat in dieser Zeit unterschiedliche Bereiche kennengelernt – vom Einkauf über Vertrieb und Marketing bis hin zu Personalthemen.

Unser Gespräch handelt von Unternehmensnachfolge und Führung. Aber mindestens genauso sehr geht es um Identität, Familie, Selbstführung und die Frage: Wie finde ich als Next Gen meinen eigenen Platz in einem Unternehmen, dessen Geschichte lange vor meiner eigenen begonnen hat?

Pia Berghaus Im Herzen Unternehmerkind Podcast Nachfolge

Vom Unternehmerkind zur Frau, die führt

Pias Weg in die Unternehmensnachfolge war kein einzelner Moment, sondern ein Prozess. Mit wachsender Erfahrung, Marktkenntnis und einem eigenen Netzwerk entstand immer mehr Klarheit darüber, wie sie führen und Verantwortung übernehmen möchte.

Ein Satz aus einem früheren Vortrag von Pia ist mir besonders im Gedächtnis geblieben:

„Sei nicht die Tochter, die übernimmt – sei die Frau, die führt.“

Genau darin steckt für mich eine zentrale Aufgabe gelingender Nachfolge: Die nächste Generation soll nicht nur Erwartungen erfüllen, sondern eine eigene Haltung, eine eigene Vision und eine eigene Form von Führung entwickeln.

Dabei spielt auch die Zusammenarbeit mit der abgebenden Generation eine große Rolle. Pia beschreibt, wie ihr Vater sie schon früh in wichtige Entscheidungen einbezogen und später Mitarbeitende konsequent an sie verwiesen hat, wenn sie für ein Thema verantwortlich war. So konnte ihre eigene Autorität im Unternehmen wachsen.

Führung heißt nicht, alles selbst zu machen

Pia sagt sehr klar: „Ich kann nicht alles wissen. Ich kann nicht alles können.“

Für sie bedeutet gute Führung deshalb auch, Verantwortung ins Team zu geben und Menschen zuzutrauen, eigene Entscheidungen zu treffen. Ihr vielleicht treffendster Satz dazu:

„Wann bist du ein guter Chef? Wenn der Laden super läuft, auch wenn du nicht da bist.“

Gerade für Nachfolgerinnen und Nachfolger ist das ein wichtiger Gedanke: Verantwortung übernehmen heißt nicht, alles allein tragen zu müssen.

Nachfolgerin, Führungskraft – und bald Mutter

In unserem Gespräch bekommt das Thema Selbstführung noch eine weitere Dimension:
Pia erwartet ihr erstes Kind.

Sie spricht offen darüber, wie sehr sie diese neue Lebensphase beschäftigt – und gleichzeitig darüber, wie wichtig gute Strukturen, ein starkes Team und familiärer Rückhalt sind. Für sie steht fest:

„Wir müssen irgendwann aufhören, uns entscheiden zu müssen.“

Frauen sollten sich nicht grundsätzlich zwischen beruflicher Entwicklung und Familie entscheiden müssen. Dafür braucht es Unterstützung, Organisation und unterschiedliche Modelle, die beides ermöglichen.

Für mich schließt sich hier der Kreis zu Pias Satz über die Frau, die führt: Selbstermächtigung bedeutet nicht nur, das Familienunternehmen auf die eigene Weise zu gestalten – sondern auch das eigene Leben.

Pias 3 Tipps für Nachfolgende

1. Trau dich und sei mutig.

Nachfolge braucht Entscheidungen, auch wenn noch nicht alle Antworten feststehen.

2. Such dir die richtigen Menschen.

Ein stabiles Umfeld ist entscheidend – Menschen, die Erfolge mit dir feiern und dich in schwierigen Phasen wieder aufrichten.

3. Versuch nicht, alles allein zu schaffen.

Gute Führung bedeutet auch, Verantwortung zu teilen, Vertrauen zu geben und Unterstützung anzunehmen.

Fazit: Nachfolge heißt, den eigenen Weg zu finden

Was ich aus dem Gespräch mit Pia besonders mitnehme: Unternehmensnachfolge ist weit mehr als eine Frage von Positionen, Anteilen oder Verantwortung. Es ist ein persönlicher Entwicklungsweg.

Pia zeigt sehr klar, dass es dabei nicht darum geht, die vorherige Generation zu kopieren oder alles genauso weiterzumachen. Es geht darum, eine eigene Haltung zu entwickeln, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung so zu gestalten, dass sie zur eigenen Persönlichkeit passt.

Gleichzeitig wird deutlich, wie wichtig das Umfeld ist: eine Familie, die trägt, ein Team, dem man vertrauen kann, und Menschen, mit denen man sich ehrlich austauschen kann. Pia selbst sagt:

„Du kriegst, egal was ist, nichts alleine hin.“

Besonders spannend wird diese Haltung jetzt noch einmal durch ihre Schwangerschaft. Denn plötzlich geht es nicht nur um die Frage, wie Pia das Unternehmen führen möchte, sondern auch darum, wie sie ihr Leben gestalten will. Ihr Satz „Wir müssen irgendwann aufhören, uns entscheiden zu müssen“ bringt für mich sehr viel auf den Punkt: Führung und Familie sollten keine Gegensätze sein.

Vielleicht ist genau das die eigentliche Botschaft dieser Folge: Selbstführung bedeutet, sich nicht nur im Unternehmen die eigene Position zu erarbeiten, sondern auch im eigenen Leben.

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Wie fühlt es sich an, als vierte Generation in ein Familienunternehmen hineinzuwachsen? Wie gelingt der Schritt von der Tochter zur eigenständigen Führungspersönlichkeit? Und was verändert sich, wenn zur Rolle als Nachfolgerin und Unternehmerin plötzlich noch die Rolle als werdende Mutter hinzukommt?

In dieser Folge von „Im Herzen Unternehmerkind“ spricht Pia Berghaus offen über ihren Weg bei Möller Chemie, über die Zusammenarbeit mit Vater und Bruder, über Führung in einer männerdominierten Branche, über Verantwortung, Vertrauen und den Mut, Dinge anders zu machen.

Wenn du selbst Unternehmerkind bist oder jemanden kennst, der gerade über Nachfolge im Familienunternehmen nachdenkt, teile diese Folge gerne weiter.

Wenn dir die Folge gefallen hat, freue ich mich riesig über dein Feedback oder wenn du den Kanal abonnierst.

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Darauf bin ich schon gespannt. Denn jede Unternehmerkind-Geschichte ist einzigartig – und wir alle können voneinander lernen.

Dieser Podcast lebt von seinen Zuhörer:innen, ihren Perspektiven und Erfahrungen.

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