Unternehmerkind trifft Startup-Mindset – Fabio Zadrozny im Gespräch
Was passiert, wenn ein junger Gründer aus einer Unternehmerfamilie auf moderne Startup-Dynamik trifft? Genau darüber habe ich mit Fabio Zadrozny in meinem Podcast „Im Herzen Unternehmerkind“ gesprochen.
Es wurde ein Gespräch über Werte, Familienunternehmen, Nachfolge, Unternehmertum, künstliche Intelligenz – und darüber, warum Klartext oft der schnellste Weg zu guten Entscheidungen ist.
Fabio bringt dabei zwei Welten zusammen:
Einerseits das Aufwachsen im klassischen Familienunternehmen, andererseits den Aufbau eines eigenen KI-Startups. Eine Kombination, die aktueller kaum sein könnte.

Über Fabio
Fabio Zadrozny stammt aus einer unternehmerisch geprägten Familie. Auf väterlicher Seite ist das Stuckateur-Handwerk fest verwurzelt, auf mütterlicher Seite das Steuerwesen.
Unternehmertum war also nie nur ein Thema – es war Alltag.
Heute baut Fabio mit seinem Mitgründer das Startup Percol GmbH auf, das sich im Bereich Cyber Security, digitale Souveränität und KI-Automatisierung spezialisiert hat. Ihr Ziel: Unternehmen ermöglichen, künstliche Intelligenz sicher, datenschutzkonform und unabhängig einzusetzen.
Unternehmerkind sein – was bedeutet das wirklich?
Viele verbinden Unternehmerfamilien zunächst mit Freiheit, finanzieller Sicherheit oder dem Motto „selbst und ständig“.
Fabio beschreibt jedoch etwas ganz anderes: Für ihn prägt vor allem ein starkes Werteverständnis das Aufwachsen in einer Unternehmerfamilie. Verantwortung zu übernehmen, leistungsbereit zu sein und Dinge klar anzusprechen, gehörten früh dazu.
Ebenso wichtig waren Pünktlichkeit, Verlässlichkeit und eine direkte Kommunikation ohne Umwege. Dazu kommt eine pragmatische Haltung: Nicht lange reden, sondern Lösungen finden und anpacken. Genau diese Werte begleiten ihn bis heute.
Besonders spannend fand ich seinen Satz über Kommunikation:
„Lasst uns kommunizieren wie auf der Baustelle – dann reden wir nicht um den heißen Brei herum.“
Ein starkes Bild – und vielleicht einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren in Familienunternehmen.
Nachfolge im Familienunternehmen vs. eigenes Startup
Natürlich stand auch bei Fabio irgendwann die Frage im Raum:
Steige ich ins Familienunternehmen ein – oder gehe ich meinen eigenen Weg?
Er hat sich bewusst dagegen entschieden. Nicht aus Ablehnung, sondern aus Klarheit.
Fabio wollte größer denken, Strukturen aufbauen, skalieren, Innovationen treiben. Sein Vater hingegen hatte nach früheren Krisenerfahrungen bewusst entschieden, das Unternehmen kleiner und stabiler zu führen.
Zwei legitime Visionen – aber eben unterschiedliche.
Und genau darin liegt eine wichtige Erkenntnis:
Nachfolge braucht offene Gespräche
Viele Unternehmerfamilien vermeiden dieses Thema zu lange. Fabio und seine Familie haben es anders gemacht: ehrlich, direkt und respektvoll.
Das Ergebnis war kein Konflikt – sondern Klarheit.
Startup vs. Familienunternehmen – wer kann was besser?
Im Gespräch wurde deutlich: Beide Welten können enorm voneinander lernen.
✅ Was Startups von Familienunternehmen lernen können:
- Werteorientierung
- Langfristiges Denken
- Fokussierung auf profitable Kernkompetenzen
- Durchhaltevermögen
- stabile Systeme
✅ Was Familienunternehmen von Startups lernen können:
- Schnelligkeit
- Innovationsfreude
- Testen statt zerdenken
- digitale Offenheit
- neue Geschäftsmodelle mutig prüfen
Warum KI gerade für Familienunternehmen eine große Chance ist
Ein Schwerpunkt unseres Gesprächs war künstliche Intelligenz. Fabio erlebt täglich, wie groß das Interesse im Mittelstand ist – aber auch wie groß die Unsicherheit.
Viele Unternehmen stellen sich Fragen wie:
- Wo bringt KI echten Mehrwert?
- Welche Prozesse lassen sich automatisieren?
- Wie bleiben unsere Daten sicher?
- Welche Tools sind zukunftsfähig?
Sein Rat: Nicht mit riesigen Mammutprojekten starten.
Sondern mit kleinen, klar messbaren Quick Wins.
Genau das ist auch für Nachfolgeunternehmen spannend: Neue Generationen können Digitalisierung und KI oft viel natürlicher integrieren.
Mein persönliches Highlight aus dem Interview
Fabio sprach über Systeme. Nicht nur im Unternehmen, sondern auch privat.
Wer morgens um 7 Uhr aufstehen will, braucht ein System dafür.
Wer Wachstum will, braucht Systeme.
Wer Innovation will, braucht Systeme.
Wer Nachfolge gestalten will, ebenfalls.
Das klingt simpel – ist aber hoch relevant.
Denn viele Unternehmerfamilien versuchen Probleme mit mehr Einsatz zu lösen. Oft braucht es aber bessere Strukturen statt mehr Kraft.
Fazit: Unternehmerkind bleibt man im Herzen
Wenn du aus einer Unternehmerfamilie kommst und gerade an einem Wendepunkt stehst, kennst du vielleicht diese Fragen: Muss ich den Betrieb übernehmen? Darf ich meinen eigenen Weg gehen? Bin ich der Familie etwas schuldig? Oder was passt wirklich zu mir und meinem Leben?
Fabios Geschichte zeigt, dass es darauf keine allgemeingültige Antwort gibt. Nachfolge bedeutet nicht automatisch, in das bestehende Unternehmen einzusteigen. Manchmal ist der richtige Weg ein bewusstes Ja zur Übernahme – und manchmal ein respektvolles Nein. Entscheidend ist, dass die Entscheidung nicht aus Druck, Erwartung oder Schuldgefühl getroffen wird, sondern aus innerer Klarheit.
Denn Unternehmerkind bleibt man nicht nur dann, wenn man den Familienbetrieb weiterführt. Oft lebt das Unternehmertum auf andere Weise weiter – durch Werte, Haltung, Leistungsbereitschaft, Verantwortungsgefühl und den Mut, eigene Ideen umzusetzen. Genau das verkörpert Fabio heute mit seinem eigenen Weg.
Vielleicht ist das sogar die schönste Form von Nachfolge: nicht nur ein Unternehmen zu übernehmen, sondern den Geist dahinter weiterzutragen – das Feuer, etwas zu gestalten.
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