Warum Nachfolge kein Staffelstab ist – Lucas Kettelake im Podcast
Unternehmensnachfolge wird oft wie eine Staffelstabübergabe beschrieben: Ein Unternehmer übergibt – und der Nachfolger übernimmt.
Doch wer selbst Teil eines Familienunternehmens ist, weiß: So einfach ist es selten.
In der aktuellen Folge meines Podcasts „Im Herzen Unternehmerkind“ spreche ich mit Lucas Kettelake, Geschäftsführer und Teilgesellschafter bei HK Consulting aus Dülmen. Sein Vater hat das Unternehmen vor rund 25 Jahren gegründet – heute gestaltet Lucas gemeinsam mit ihm die Zukunft der Firma.
Im Gespräch wird schnell deutlich: Nachfolge im Familienunternehmen ist kein kurzer Moment. Sie ist ein Prozess.

Wenn das Unternehmen immer mit am Küchentisch sitzt
Wer in einer Unternehmerfamilie groß wird, kennt dieses Gefühl: Das Unternehmen ist irgendwie immer präsent.
Auch Lucas beschreibt, dass die Arbeit seines Vaters schon früh Teil des Familienalltags war. Geschäftsreisen, Gespräche über Projekte oder neue Ideen – all das gehörte zum Leben dazu.
In meinem Podcast nenne ich das gerne den „unsichtbaren Gast am Küchentisch“.
Dieser prägt oft nicht nur die Gespräche, sondern auch Werte: Verantwortung übernehmen, anpacken, Dinge voranbringen.
Bei Lucas war vor allem eines selbstverständlich: Arbeit gehört zum Leben dazu.
Wie Lucas Kettelake seinen eigenen Weg ins Unternehmen fand
Spannend ist: Trotz dieser Prägung war für Lucas lange gar nicht klar, dass er einmal im Familienunternehmen arbeiten würde.
Nach seiner Ausbildung entschied er sich zunächst für eine längere Reise nach Australien. Nicht, um Abstand vom Unternehmen zu gewinnen – sondern einfach, weil es der richtige Moment im Leben war.
Doch während dieser Zeit kam ein Anruf aus Deutschland:
Ob er sich vorstellen könnte, den Vertrieb im Unternehmen seines Vaters aufzubauen.
Ein Gedanke, der vorher nie wirklich im Raum stand.
Heute sagt Lucas selbst: Diese Entscheidung entstand eher spontan – und entwickelte sich erst danach Schritt für Schritt zu einem langfristigen Weg im Unternehmen.
Warum es hilfreich sein kann, einen eigenen Bereich aufzubauen
Ein Punkt aus unserem Gespräch ist besonders spannend für viele Nachfolgerinnen und Nachfolger:
Lucas hat im Unternehmen einen komplett neuen Vertriebsbereich aufgebaut.
Der Vorteil:
Er musste nicht in bestehende Strukturen hineinwachsen oder ständig mit früheren Arbeitsweisen verglichen werden.
Stattdessen konnte er seinen eigenen Bereich entwickeln – mit eigenen Ideen und eigener Verantwortung.
Sein Tipp an andere Nachfolgerinnen und Nachfolger lautet deshalb:
„Sucht euch euren eigenen Bereich im Unternehmen.“
Das schafft nicht nur Klarheit für alle Beteiligten, sondern auch ein eigenes Standing im Unternehmen.
„Man muss lernen, sich auf einmal auf Augenhöhe zu begegnen –
nicht mehr nur als Vater und Sohn, sondern als Geschäftspartner.“
Lucas Kettelake

Generationswechsel im Familienunternehmen: Zusammenarbeit zwischen Vater und Sohn
Natürlich bringt ein Generationswechsel im Familienunternehmen auch Herausforderungen mit sich.
Denn plötzlich verändert sich die Beziehung zwischen Eltern und Kindern.
Neben der familiären Rolle entsteht eine neue Ebene:
Man arbeitet zusammen, trifft gemeinsame Entscheidungen und übernimmt Verantwortung für Mitarbeitende und Unternehmen.
Lucas beschreibt diesen Prozess als etwas, das Zeit braucht.
Man lernt, sich gegenseitig neu kennenzulernen – diesmal als Geschäftspartner.
Warum externe Begleitung bei der Unternehmensnachfolge helfen kann
Ein weiterer wichtiger Punkt im Gespräch ist die Rolle von externer Begleitung.
Lucas’ Familie hat früh damit begonnen, sich Unterstützung von außen zu holen – durch Beratung, Seminare und Coaching.
Sein Fazit dazu ist eindeutig: Die meisten Menschen haben eine Unternehmensnachfolge noch nie erlebt.
Warum also nicht von Menschen lernen, die sich genau mit diesem Thema beschäftigen?
Gerade in komplexen Situationen kann eine neutrale Perspektive von außen helfen, Gespräche zu strukturieren und neue Lösungen zu finden.
Nachfolge im Familienunternehmen ist ein Marathon – kein Staffelstab
Eine Metapher aus unserem Gespräch ist besonders hängen geblieben.
Lucas sagt:
Eine Unternehmensnachfolge ist keine Staffelstabübergabe.
Denn ein Staffelstab wird innerhalb von Sekunden übergeben.
Eine Unternehmensnachfolge dagegen kann viele Jahre dauern.
In dieser Zeit arbeiten zwei Generationen gemeinsam im Unternehmen, lernen voneinander und entwickeln Schritt für Schritt neue Rollen.
Vielleicht ist Nachfolge deshalb eher ein gemeinsamer Marathon – bei dem zwei Generationen ein Stück des Weges zusammen laufen.
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